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Fristen für die Abgabe der Steuererklärungen 2018

Allgemein:

Für das Kalenderjahr 2018 sind die Erklärungen zur Einkommensteuer, zur Körperschaftsteuer, zur Gewerbesteuer, zur Umsatzsteuer und zur gesonderten oder zur gesonderten und einheitlichen Feststellung bis zum 31.07.2019 abzugeben. Die verlängerte Abgabefrist tritt 2019 erstmals in Kraft und basiert auf dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens (v. 18.07.2016, BGBI 2016 I S.1679).

steuererklaerungAuf die Abgabefrist macht aktuell auch die Finanzverwaltung aufmerksam. So verdeutlicht Thüringens Finanzministerin Taubert: „Die Steuerpflichtigen haben in diesem Jahr mehr Zeit für ihre Steuererklärungen. Die Abgabefrist für Steuererklärungen des Jahres 2018 endet grundsätzlich am 31.07.2019, beratene Steuerpflichtige haben in der Regel sogar bis zum 29.02.2020 Zeit. Für alle Besteuerungszeiträume vor 2018 gelten die bisherigen Regelungen.“

Ausnahmen:

1. Umsatzsteuer bei Betriebsaufgabe

Für die Umsatzsteuererklärung gilt dies allerdings nicht, wenn die gewerbliche oder berufliche Tätigkeit mit Ablauf des 31.12.2018 endete. Hat die gewerbliche oder berufliche Tätigkeit vor dem 31.12.2018 geendet, ist die Umsatzsteuererklärung für das Kalenderjahr einen Monat nach Beendigung der gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit abzugeben (§ 18 Abs. 3 Satz 2 i. V. m § 16 Abs. 3 UStG).

2. Vorabanforderungen von Seiten des Finanzamtes

Es bleibt den Finanzämtern vorbehalten, Erklärungen mit angemessener Frist für einen Zeitpunkt vor Ablauf der allgemein verlängerten Frist anzufordern. Von dieser Möglichkeit soll insbesondere Gebrauch gemacht werden, wenn

  • für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum die erforderlichen Erklärungen verspätet oder nicht abgegeben wurden,
  • für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum kurz vor Abgabe der Erklärung bzw. vor dem Ende der Karenzzeit nach § 233a Absatz 2 Satz 1 AO nachträgliche Vorauszahlungen festgesetzt wurden,
  • sich aus der Veranlagung für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum eine hohe Abschlusszahlung ergeben hat,
  • hohe Abschlusszahlungen erwartet werden,
  • für Beteiligte an Gesellschaften und Gemeinschaften Verluste festzustellen sind, oder
  • die Arbeitslage der Finanzämter es erfordert.

Konsequenz bei verspäteter Abgabe

1. Zwangsgeld

Bei Nichteinhaltung der Fristen kann die Finanzbehörde ein Zwangsgeld androhen und festsetzen. Bleibt auch dies erfolglos, kann sie eine Schätzung der Besteuerungsgrundlagen ankündigen und durchführen. Legt der Steuerpflichtige gegen den Schätzungsbescheid Einspruch ein, kann die Finanzverwaltung von der Fristsetzung gemäß der Abgabenordnung Gebrauch machen, wonach Erklärungen und Beweismittel, die erst nach Fristablauf vorgelegt werden, nicht berücksichtigt werden.

2. Automatisierter Verspätungszuschlag

Für Steuererklärungen, die nach dem 31.12.2018 einzureichen sind, kommt nun der automatische Verspätungszuschlag zum Einsatz. Dieser wurde ebenfalls durch das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens in § 152 Abgaben-ordnung neu geregelt.
Der Verspätungszuschlag beträgt für jeden angefangenen Monat 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens € 25,00 für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung für die o. g. Steuererklärungen.

Verfasser: Petra Schiller

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