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Neuregelung der Besteuerung von Investmentfonds ab 2018

Zum 1.1.2018 erfährt die Besteuerung von Investmentfonds durch das Investmentsteuer-reformgesetz eine grundlegende Änderung. Hintergrund dieser Umstellung ist eine Vereinfachung der Besteuerung für Finanzverwaltung, Depotbanken und Anleger.

Investmentfonds werden nun zukünftig selbst einer Besteuerung unterworfen, sofern es sich um bestimmte inländische Einkünfte handelt. Die hiernach auf Ebene des Investmentfonds verbleibenden Erträge werden im Fall der Ausschüttung oder Veräußerung beim Anleger dann mit Kapitalertragsteuer besteuert.

Hinzu kommt eine jährliche „Vorabpauschale“, welche unterjährige Wertsteigerungen des Investmentfonds besteuert, aber in Abhängigkeit der Zusammensetzung des Fonds mit einer „Teilfreistellung“ eine Steuerbefreiung zwischen 30% und 80% gewährt.

Im Falle des späteren Verkaufs von Anteilen des Investmentfonds wird die bereits erhobene und einbehaltene Steuer in Form der Vorabpauschale jedoch auf den Verkaufserlös angerechnet. Der Veräußerungserlös selbst erfährt durch eine erneute Teilfreistellung eine weitere Steuerbefreiung.

Für Anleger besteht durch die Änderung der Besteuerungsmethodik aber grundsätzlich keine Veranlassung zum Handeln. Denn durch die eigene Besteuerung auf Ebene des Investmentfonds, bei gleichzeitiger Teilfreistellung von Erträgen und Veräußerungsgewinnen auf Ebene des Anlegers, soll es de facto nicht zu einer steuerlichen Mehrbelastung gegenüber der bisherigen Besteuerungspraxis kommen.

Im Zuge des Übergangs auf das neue System der Investmentsteuerreform gelten zum 1.1.2018 alle Investmentfondsanteile fiktiv zum aktuellen Rücknahmepreis als veräußert und wieder angeschafft. Ein etwaiger hieraus entstehender fiktiver Gewinn wird aber erst bei der späteren, tatsächlichen Veräußerung der Investmentfondsanteile besteuert.

Eine wesentliche Veränderung der Besteuerung ergibt sich aber indes für sogenannte „Alt-Anteile“ an Investmentfonds, die schon vor der Einführung der Abgeltungsteuer zum 1.1.2009 erworben wurden. Hier galt bisher die alte Rechtslage weiter, dass Gewinne nach Verstreichen der einjährigen Haltefrist vollständig steuerbefreit waren.
Für etwaige Gewinne, die im Zuge der fiktiven Veräußerung zum 1.1.2018 entstehen, findet die alte Rechtslage auch weiterhin uneingeschränkt Anwendung, so dass diese fiktiven Gewinne tatsächlich steuerfrei bleiben.

Jedoch werden für „Alt-Anteile“ Wertsteigerungen des Investmentfonds ab dem 1.1.2018 im Falle der Veräußerung nur noch eingeschränkt bis zu einer Höhe von € 100.000,00 steuerbefreit.
Übersteigt also bei einer Veräußerung der Gewinn, der auf Wertsteigerungen für den Zeitraum zwischen 1.1.2018 und dem Zeitpunkt der Veräußerung entfällt den Betrag von € 100.000,00, so ist die Differenz hieraus nun mit Abgeltungsteuer zu besteuern. Der zeitlich unbefristete Freibetrag erhöht sich bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten auf insgesamt € 200.00,00.

 

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